Philosophie des Geldes und die Frauen

 Vortrag und philosophisches Gespräch  bei der Frauenfinanzgruppe Hamburg 2005

In den letzten hundertfünfzig Jahren haben sich schon mehrere Philosophinnen und Philosophen darüber Gedanken gemacht, was das Geld eigentlich ist. Wir gehen zwar täglich damit um, aber es ist wie mit unserer Muttersprache. Wir sprechen sie, aber wissen wir, wie sie funktioniert?

Neuere Geldtheoretiker sprechen von mystischer Dimension und unerklärlicher Metaphysik, wenn es darum geht, das Wesentliche des Geldes zu definieren.

Es gibt den Witz: „Nichts außer der Liebe, hat so viel Leute verrückt gemacht wie das Grübeln über das Wesen des Geldes“.

Ich möchte es trotzdem versuchen, vor allem, weil Frauen weltweit gesehen kaum Geld besitzen, und weil Frauen sich nur zögerlich mit dem Geld beschäftigen, vor allem mit der Kunst mehr Geld zu haben, als zum täglichen Bedarf notwendig wäre.

Als reich zählt erst jemand, der oder die von den Zinsen ihres Geldes gut leben kann. Es gibt zwar reiche Frauen, aber sie besitzen weniger als 1/100 des weltweiten Reichtums.

Das mag nun an patriarchalen Rahmenbedingungen liegen, an Männer, die Frauen nicht ran lassen, aber es liegt sicherlich auch in demokratischeren Ländern, wo der Geldreichtum am meisten zu finden ist, an uns Frauen selber, die wir uns mit Geld nicht so vertraut fühlen.

Dem möchte ich etwas auf die Spur kommen. Verstehen, was diese ganze Frage nach dem Geld mit uns Frauen zu tun hat oder auch nicht.

Dafür schaue ich zunächst  in die Geschichte, vielleicht begreife ich, wie es entstand um besser zu begreifen, wie es funktioniert?

Nicht alle Gesellschaften in unserer Geschichte hatten Geld und kannten das Geld. Noch heute gibt es Gesellschaften, in denen Geld keine Rolle spielt. Die Leute haben ihre Märkte und tauschen dort alles ein was sie brauchen gegen das was sie mitbringen zum tauschen.

Auch bei uns gibt es immer mehr Tauschbörsen und als in Argentinien das Geld nichts wert war, haben die Leute in großen Markthallen sich getroffen und ihre Waren real getauscht. Haarschnitt gegen 1 Pfund Kartoffeln, Stoffballen gegen ein Sofa, eine Kuh gegen eine Totalrenovierung des Hauses.

Nach dem Krieg war es hier auch so auf den Schwarzmärkten.

In allen agrarischen Gesellschaften kann im Prinzip dieses Realtauschen funktionieren um den Lebensunterhalt der Menschen zu sichern. Es gibt radikalliberale und anarchistische Theoretiker wie Proudon und Kropotkin, die vor hundert Jahren davon aus gingen, eigentlich könnten wir auf die Geldwirtschaft verzichten und sie rechneten uns das vor, wie es gehen könnte. Das Versprechen war: Es wird keine Ausbeutung geben und weniger arme und weniger reiche Menschen, dafür aber um so mehr friedliche und glückliche.

Aber vor 3000 Jahren kam durch den sagenhaften letzten König der Lyder, Krösos, das Geld als Münzen auf. In sehr abgehobenen Theorien lässt sich das Geld vielleicht wegdenken, aber praktisch erleben wir den Siegeszug des Geldes weltweit. Wozu, warum? Und warum sind wir Frauen außen vor?

Wenn ich nach der Philosophie des Geldes frage, dann frage ich nach dem Sinn vom Geld, nach der möglichen Weisheit, die dahinter steckt.

Frage:  Was kann der Sinn von Geld sein? Was bedeutet für Sie Geld?

              Tischgespräch   Austausch

 Ich will noch einmal auf Krösos zurück kommen. Er hatte als letzter lydischer König, ehe die Perser ihn besiegten, das griechische Kleinasien überfallen und bedrohte auch das europäische Griechenland. Er hatte ein riesiges Heer und wurde deshalb als Krösos, als reicher Mann, so berühmt, weil er ein Delphi die größte Schatzkammer bauen ließ und das Orakel von Delphi ihm große Siege vorhersagte.

Warum aber ließ er Münzen drucken? Er konnte seinen Reichtum, seine große Beute nicht mehr horten. Für das Söldnerheer war es unbequem, mit der Beute als Lohn herumzuziehen. Und die vielen Tempelprostitutierten, zu denen seine Söldner gingen, hatten gar nicht den Platz für all die Dinge, die diese Soldaten ihnen anschleppten.

So soll Krösos seinen Soldaten geprägte Goldmünzen gegeben haben, damit sie die Tempelprostituierten bezahlen können und diese könnten dann die Münzen  bei ihm wieder gegen Realien austauschen.

Hier waren also Frauen durchaus mit im Spiel, als es um die Einführung des Geldes ging.

Das wichtige bei dieser Einführung des Geldes war, dass der König garantierte, dass seine Soldaten für das Geld auch reale Dinge erhalten konnten und die Prostituierten ebenfalls.

Er musste jene sofort bestrafen, die ebenfalls in seinem Reich Münzen in Umlauf brachten, was er auch tat. Es galt also für den König, bei seinen Untertanen Vertrauen in seine Münzen aufzubauen. Da er gewalttätig und mächtig war und sagenhaft reich, erhielt er das Vertrauen. Die Leute, die vorher nur reale Dinge getauscht haben, erhielten für ein Pferd oder einen Geschlechtsverkehr nicht mehr ein anderes reales Ding, sondern sozusagen ein Symbol davon. Wenn sie Hunger hatten, konnten sie nicht in die Münze hineinbeißen und davon satt werden. Darum wollten viele auch keine Münzen haben. Aber gerade die Prostituierten verstanden sehr schnell das Prinzip der ersten Geld - Abstraktion. Sie mussten nicht annehmen, was die Freier ihnen alles mitbrachten, sondern sie konnten mit den Münzen woanders hingehen und sich das eintauschen, was sie wirklich haben wollten. Die Schneiderin konnte jetzt viel mehr Kleider nähen, weil die schönen Frauen am liebsten jeden Tag drei Kleider tragen wollten. Sie brauchten keine großen Schatzhäuser bauen, um all die Beutedinge unterzubringen, sie nahmen auch lieber die Münzen und so weiter.

Dadurch konnte Arbeitsteilung entstehen. Jemand musste nur herausfinden, was viele wollen und das herstellen, nur das, und schon bekam er das Geld dafür. Vorher musste jeder sich möglichst selber insgesamt versorgen, weil nicht sicher war, ob alles zum Tauschen auf dem Markt da war, was man zum überleben brauchte. Das, was man selber übrig hatte, gab man zum tauschen. Manchmal war auch nichts übrig.

So kann ich mir vorstellen, dass sich durch das Münzgeld viele Spezialberufe entwickelt haben, die es vorher gar nicht gab.

Warum aber haben die Prostituierten die Geldabstraktion gleich verstanden?

Sie selber abstrahierten auch selber ständig von den konkreten Männern wenn sie ihren Leib zur Verfügung stellten. Die Tempelprostituierte war sozusagen eine Priesterin, sie besaß einen göttlichen Leib. Wer ihn berührte wurde gesünder. Wer in ihre Vagina hinein durfte, war der großen Göttin am nächsten.

Persönliche Lust war ihr verboten, hatte sie sich abtrainiert mit vielen Meditations-, Yoga und Tantraübungen.

Die Soldaten hatten persönliche Lustgefühle, dachten aber, dies seien Geschenke der Gottheiten. Dafür gaben sie ihre Beute gern hin, als Opferdienste sozusagen.

Auch die Soldaten abstrahierten von ihren persönlichen Ängsten vor dem Tod. Sie wollten zwar auch reich werden durch die Beutezüge, aber sie unterwarfen sich den Zielen des Gottkönigs und versuchten, ihre Ängste nicht zu merken. Der andere, den sie töteten, verstanden sie als Fremden, als Barbaren, als Nichtmenschen. Auch das sind Abstraktionsleistungen von dem, was wir heute so einfordern, Mitgefühl.

 Um zu verstehen, wie Geld funktioniert, sind also Abstraktionsleistungen notwendig. Ich muß vom konkreten Gefühl, vom konkreten Menschen, vom konkreten Erlebnis mich abwenden können zu etwas hin, was mir darüber hinaus größer und besser erscheint. Ich muß Abstand nehmen, mich distanzieren.

Die Münze ist eine reale Abstraktion von den konkreten Dingen, die dahinter stehen können. Je mehr Münzen ich habe, desto mehr Dinge könnte ich haben, ja ich könnte die ganze Welt besitzen. Alles Unterschiedliche ist für Geld zu haben war die erste große Geldidee damals und bis heute.

Eine Realabstraktion ist eine besondere Form des Abstrahierens, weil es dafür ein Ding gibt, eine Münze, ein Papierschein, ein Scheck, oder virtuelles Geld.

Eine gedankliche Abstraktion wäre der Satz: Alles ist für Geld zu haben. Mit „Alles“ ist jedes Ding gemeint, jede Dienstleistung, so unterschiedlich es auch konkret sei. Eine Einheit von Vielem ist vorstellbar geworden. Das Geld.

Frage :  Was ist für Sie eine Abstraktion? Was verbinden Sie damit?

              Allgemeines Rufen

 100 Jahre nach Krösos feierten die athenischen Männer in Griechenland um Perikles und Sokrates herum ihre Neuentdeckungen der Abstraktionen. Die platonische Philosophie entstand. Am wichtigsten dabei war, dass ein eine konkrete Welt gibt mit den vielen verschiedenen einzelnen Dingen, wo keines dem anderen gleicht, höchstens sehr ähnlich sein kann. Aber für alles was ist, gibt es nach Platon noch eine zweite Welt, die Ideenwelt. Ideen sind für ihn graphische Bilder der Welt, Urbilder. Am Kieselstrand gibt es tausende verschiedene runde Kieselsteine, aber dass ich mir das Gemeinsame von diesen allen als „rund“ erkenne, liegt an dem Kontakt des Denkens zur Ideenwelt, wo das reine Runde, die Geometrie vorhanden ist. Der reine Kreis ist nur in der Geometrie zu finden, nicht in der Naturwirklichkeit.

Von den vielen Kieselsteinen auf den Kreis zu kommen, das ist eine das Besondere verallgemeinernde Abstraktion, eine Generalisierung. Es gibt auch noch andere Abstraktionsformen, die damals in der Logik entwickelt wurden. Das Wichtige war, nur Männer durften abstrahieren oder philosophieren. Frauen sollten sich um das Konkrete Dasein kümmern. Das gilt irgendwie noch bis heute so in unseren Rollenzuschreibungen und manchmal auch in unseren konkreten Gefühlen und Gedanken. Das theoretisierende Bewusstsein  entstand und wurde in Männerkreisen kultiviert.

Angeblich fühlen Frauen mehr als Männer und können nicht logisch denken. Philosophen haben seit den alten Griechen bis heute behauptet, dass Frauen nicht abstrakt denken können, weil ihnen einfach die Fähigkeit dazu fehlt. Die Vernunft sei nur den Männern angeboren. Es gibt zwar einige wenige Ausnahmen, die auch den Frauen Vernunftfähigkeit zusprechen wie John Stuard Mill und Agrippa von Nettesheim, aber noch heute im Philosophiestudium haben Frauen mit diesen Vorstellungen zu kämpfen.

 Dabei haben wir Nachrichten von Frauen, die großartig mit Geld umgehen können.

·       Erst Kaiserin Maria Theresa besserte sich die Willkürsituation der Münzprägung. Sie brachte 1750 die Währung in Angleichung an die Nachbarländer auf einen neuen geringen Zinsfuß und schloß 1752 mit Bayern eine Münzconvention ab, die bis ins 19. Jahrhundert hielt. Noch heute gibt es in Ätiopien die Maria-Theresa-Münze.

·        Die Weltbank rät dazu, in Entwicklungsländern den Frauen die Kredite zu geben, denn sie sorgen dafür, dass damit klug und langfristig investiert wird, während die Männer das Geld in der Kneipe versaufen.

·        Die Universität von Kalifornien verglich 35.000 Depots und errechnete, dass Frauen im Schnitt 1,4 Prozent mehr Rendite erzielten, und bei einer Studie der DAB Bank lag das weibliche Geschlecht durchschnittlich sogar fünf Prozent im Plus. Von Frauen gemanagte Depots schnitten im Börsencrashjahr 2001 besser ab als der Deutsche Aktienindex, die von Männern deutlich schlechter.

·        Der Bankenverband Bundesdeutscher Banken gab bekannt, dass inzwischen besonders in Privatbanken mehr und mehr Frauen in die Chefsessel rücken. 1980 waren es 940 Frauen, jetzt 12.000 Frauen. Das sind 25% der Führungskräfte.

Zu guter Letzt verhalfen seit 30 Jahren ökomisch begabte Frauen einem hilfsbereiten Mann 2006 zum Nobelpreis und zu seiner Bankidee. Muhammad Yunus lieh in Bangladesch nur Frauengruppen zum Aufbau ihrer Unternehmung sehr günstige Kredite, die zu 97% pünktlich zurück gezahlt wurden. Er ging davon aus, daß die Frauen verantwortlicher mit Geld umgehen können als Männer.

Hier haben einfach auch Männer verstanden, dass sie selber mehr Geld gewinnen, wenn sie einer Frau ihr Geld geben.

In keinem anderen männlich dominierten Berufsfeld haben sich in so kurzer Zeit die Frauen die Chefsessel in den Banken erobert - sogar in männerdominierenden Deutschland. 

Also können Frauen doch besser abstrahieren als ihnen nachgesagt wird? Verstehen sie sogar leichter als Männer, wie Geld funktioniert, wenn sie die Chance haben, damit umzugehen?

Ich denke, Frauen abstrahieren anders.

Ich will noch einmal in die Griechische Antike zurück gehen, um die unterschiedlichen Abstraktionsweisen angesichts des Geldes darzulegen.

Krösos also führte die Münzen ein und garantierte die Deckung der Münzen, das heißt den Wert der Münzen. Er schuf das erste Zahlungsmittel und veranlasste, dass Recheneinheiten staatlich festgelegt wurden. Die Münzen mussten im Gewicht und Aussehen vereinheitlich werden usw.

Diese Art, Geld als Zahlungsmittel zu verstehen, haben auch die alten griechischen Philosophen gut gefunden. Aber Aristoteles wetterte gegen jene, die das Geld anhäufen, sparen und teuer verleihen, um nur aus bloßem Geld wieder Geld zu machen. Er beschimpfte diese Leute, weil sie den wahren Reichtum, der in realen Gütern für das eigenen Haus und die Gemeinschaft liegt, nicht mehr erstreben. Sie wollen nur noch den Geldreichtum. Das war für Aristoteles schrankenlose Dummheit. Das Geld sollte nur eine Erleichterung für den gesellschaftlichen Austausch von Gebrauchsgütern sein.

Und eigentlich denken die meisten Frauen wie Aristoteles, wenn sie immer die Realseite des Geldes sehen; Was sie sich dafür konkret kaufen können.

Als Mädchen dachte ich immer, irgendwann müssen die reichen Leute doch genug haben, wenn sie essen können, was sie wollen, reisen können wohin sie wollen, tolle Kleidung haben, tolle Häuser und Autos. Was wollen die denn noch mehr? Das war mir unbegreiflich, so wie es auch für Aristoteles und Platon unbegreiflich war.

Bis ich dann sehr reiche Leute persönlicher kennen lernte, auch reiche Männer. Sie waren oft in ihrem Alltagsleben ziemlich geizig. Gaben ihr Geld gar nicht für ihr Leben aus. Platon beschrieb sie als den Tap des oligarchischen Charakters folgendermaßen: “Er setzt das Geld über alles... er ist sparsam und fleißig und befriedigt nur seine notdürftigsten Bedürfnisse. Die übrigen Bedürfnisse unterdrückt er als nutzlos. Auf Bildung gibt er nicht viel. Ein schmutziger Mensch ist er also, der aus allem seinen Vorteil zieht, ein Schatzbildner; und solche Leute preist die Masse, einen mit unersättlichem Streben nach Geldreichtum und der Vernachlässigung aller anderen Dinge um des Gelderwerbs willen.“

Diese Auffassung vom schmutzigen Geldcharakter wurde auch im Christentum kultiviert. Besser sei es, tüchtig zu sein in einem Handwerk oder so, und realen Besitz zu haben, als um des Mommon willen sich zu rackern. Da die Juden kein Handwerk ausüben durften, war nur ihnen erlaubt worden, Geld zu verleihen und Leihzinsen zu nehmen. Aber sie galten noch lange als die schmutzigsten und habgierigsten Halsabschneider und Geldraffkes, wir brauchen nur Hitlers „Mein Kampf“ zu lesen.

Die Vorstellung, aus dem Zahlungsmittel Geld eine weitere Abstraktion zu machen, nämlich sich noch mehr Möglichkeiten des Handelns zu erzeugen, wenn ich Geld über meine persönlichen Bedürfnisse hinaus besitze, war eine sehr viel spätere. Es entstand die Idee des Kapitals. Geld, das Geld erwirtschaftet ist zunächst Zins und gesammelt Kapital. Ein Kapitalist kann über seine persönlichen Bedürfnisse hinaus sich Produktionsstätten einrichten, aus denen Produkte kommen, die bei Verkauf hohe Gewinne erzeugen und diese Gewinne vermehren wieder sein Kapital.

Es geht um Kapitalvermehrung, um Handlungsvermehrung, um den Ruhm und die Macht, die Welt über die Produktion von Gebrauchsgütern zu gestalten und zu beherrschen. Der persönliche Gestaltungsspielraum des Kapitalisten wird mehr und mehr größer als der von Königen und Kaisern. Heutzutage sind die Kapitaleigner und auch wenige Kapitaleignerinnen für eine westliche demokratische Gesellschaft wichtiger, als Kaiser und Könige.

Der Kapitalismuskritiker Marx war fasziniert von diesem Kapitalmarkt, von den Möglichkeiten des Geldes. Er soll sein ganzes Geld an den damaligen anfänglichen englischen Börsen verspielt haben, weil er zu wissen glaubte, wie der Kapitalmarkt funktioniert. Er verlor immer wieder jeden Einsatz. Seine Familie musste von den Gaben des Freundes Friedrich Engels leben, der solider Kaufmann war und sein Geld reell verdiente.

Wir wissen heute, dass Frauen, wenn sie reich sind, es meistens durch Erbschaft oder Scheidung sind. Selten sind sie durch eigene Unternehmungen zu Kapitalistinnen geworden. Das heißt: Sie haben keine Gestaltungsmacht als Unternehmerinnen, selbst wenn sie sehr viel Geld haben.

Das kann sich erst ändern, wenn Frauen sich als Gestalterinnen der Welt außerhalb ihres Haushaltes sehen können. Wenn sie über die aristotelische und platonische Abstraktionsweise hinauswachsen.

Zurück zu Abstraktionsweisen von Frauen.

Ich stelle Ihnen vier Abstaktionsformen vor und Sie überlegen bitte, welche für Frauen am ehesten zutreffen.

1.      Generalisierende oder verallgemeinernde Abstraktion:

      Alles ist für Geld zu haben.

2.      Isolierende Abstraktion. Nur bestimmte Dinge sind für Geld zu haben.

3.      Idealisierende Abstraktion: Das wahre Leben hat mit Geld nichts zu tun.

4.      Reale Abstraktion: Was ich will kostet seinen Preis.

 Diskussion am Tisch.

 Je nach dem, wie ich abstrahiere, so erlebe ich die Welt.

Als Generalistin : (Was kostet die Welt, ich kauf sie. Risikofreudig, machtfreudig, leichtfertig, unwissend im Detail)

Als Isolationistin: (Das Beste ist grad gut genug. Es muß eine Rangordung der Dinge geben, Qualitätsmerkmale, Statusmerkmale, Standesdünkel etc., qulitätsbewußt, Detailkenntnis, auswählend, anspruchsvoll.)

Als Idealistin: Denke positiv, dann ist alles gut. Egal, was passiert, überall ist das Gute zu finden. Die inneren Werte suchend, liebe wichtiger als Geld. Oft erfolglos, Opfer, falsche Wahl.

Realistin: Was will ich, was kostet es? Tauschverhältnisse eingehen, gegenseitige Vorteile erzielen, meinen Standort als teil der Welt finden.

 Und wie gehen jetzt die verschiedenen mit Geld um? Die Idealistin kümmert sich nicht darum, irgendwie kommt es schon. Und die anderen?

Was also ist Geld? Was ist der Sinn vom Geld? Mit Sinn meine ich die Weisheit vielleicht?

Gespräch

Möchte ich das Geld abschaffen?  Nein. Über die Geldentwicklung entstanden viele Nebeneffekte, die ich schätze. Arbeitsteilung, verschiedene Berufe, freie Berufswahl, ergänzende Bewusstseinsbildung, globalisierende Vereinigungmöglichkeiten. Gattungsbewusstsein entwickeln. Wo zuerst das Geld ist, kommt danach die grenzenübergreifende Verständigung. Es sollte nur ohne Kriege gehen. Kriege vernichten inzwischen mehr Kapital, als Kapital damit geschaffen wird.

Geld, ein Verständigungsmittel. Nachteile: Wenn das Geld nicht mehr als Kapital gesehen wird sondern als Spekulationsobjekt.

Was ziehen wir aus der Philosophie des Geldes für uns Frauen?

Übringens: Mit Geld kapitalinteressiert umgehen heißt nicht, das gesellschaftliche Prinzip des Kapitalismus favorisieren. Zunächst ist es eine individuelle Einstellung zum Geldhaben und Geldeinsetzen, in was für einer politischen  Gesellschaftsstruktur auch immer. Wir können damit auch Gutes tun.